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Kostenlose Bilder für Dein Sternenkind

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Nico - du fehlst so sehr

Zu unserer Geschichte

Letztes Jahr im Oktober beginnt sie. Damals war ich ca. in der 6. SSW als uns meine Frauenärztin das 1. Mal mit der Diagnose einer Eileiterschwangerschaft... in die Klinik einwies... viele Ärzte viele Meinungen und nur eine Ärztin die an Dich geglaubt hat und sie sollte recht behalten. Du Hast dich damals ins Leben gekämpft und warst so tapfer.
Nach der 12. Woche stieg die Vorfreude und Weihnachten letztes Jahr haben wir es unserer damals 5-jährigen Tochter erzählt. Sie hat sich so gefreut große Schwester zu werden.
Im Februar wussten wir, dass du unser kleiner Junge wirst. Deine Schwester freute sich wie verrückt, denn sie hatte sich einen Bruder gewünscht. Alles verlief super, du warst immer sehr aktiv. Bis zu diesem schicksalhaften Tag im Juni, der unser Leben komplett verändern sollte.

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Der kleine Kämpfer

Es ist Dienstag, 13 Uhr. Ich bin gerade auf dem Weg in den Wald mit meinem Hund. Die Sonne scheint, die Bäume tragen noch das restliche bunte Laub auf ihren Kronen, als der Alarm am Handy ertönt. Ich schau aufs Display und entdecke sofort ein Wort: Linz. In Sekundenbruchteilen ist mir klar, dass ich den Einsatz in der eigenen Stadt annehme. Kurz geht mir noch durch den Kopf: heute kann ich, morgen und in den nächsten Tagen auch, falls es kein sofortiger Einsatz wäre. Meine Mutter ist meine Begleitung beim Hundespaziergang, ich entschuldige mich bei ihr, dass ich nun kurz im Forum was checken und erledigen muss.

Nachdem ich mich eingetragen habe, kommt auch sofort das OK von Oliver, dass ich die Eltern anrufen kann. Ein Adrenalin-Stoß, aber es bleibt keine Zeit lange darüber nachzudenken. Ich wähle die Nummer und eine sehr ruhige Mama hebt ab. Ich stelle mich vor, und sage ihr, dass ich vom Verein Dein Sternenkind bin. Die erste Reaktion: „Wow, das geht ja schnell bei euch! Ihr seid so toll!“ Sie erzählt mir, dass Jan seit der Geburt vor fünf Monaten an diversen Schläuchen und am Beatmungsgerät hängt und sie noch dazu am Wochenende die Diagnose „Zellweger Syndrom“ erhielten. Diese ist ausnahmslos tödlich. Sie weiß nicht, wie lange ihr Sohn noch leben wird. Sie glaubt, dass er das Wochenende nicht mehr überstehen wird, da er schon sehr, sehr schwach ist. Ich sichere ihr zu, dass ich den Einsatz machen werde, und sie mich zu jeder Zeit anrufen kann. Auch nachts. Während des Gesprächs schluchzt sie einmal heftig und sagt nur: „Ich bin so froh, dass es euch gibt!“

Nun heißt es warten. In der Nacht nehme ich mir das Handy mit, damit ich den Anruf nicht verpassen kann. Tagsüber lese ich viele Einsatzberichte im Forum, da es ja mein erster Einsatz sein wird und ich mich vorbereiten möchte. Ich bereite meine Kamera vor, lade die Akkus auf, und kontrolliere meine Tasche mit dem Zubehör (Decken, Blumen, Häubchen, etc.). Alles steht bereit.

Donnerstag, 6.45 Uhr. Das Handy läutet.

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"Mein Sternchen, das keines wurde..."


„Wir müssen unsere kleine Paulina gehen lassen und ich wollte dich fragen, ob du Aufnahmen von uns machen würdest, wenn Paulina geboren wird. Wir wissen nicht genau wann ihr Herz aufhören wird zu schlagen.“

Diesen Satz las ich am 01.02. dieses Jahres als ich mich gerade mit meinen lieben Sternenkindfotografen zum Austausch in einem Restaurant treffen wollte. Ich blieb vor dem Lokal stehen und las die Mail noch mal.. Nur zwei Sätze.. aber wie schwer muss es der Mama gefallen sein, diese zu schreiben..

Ich erzählte gleich meinen Kollegen von dem uns bevorstehenden Einsatz.. Zu dem Zeitpunkt war die Mama in der SSW 24+3.

In den nächsten drei Tagen habe ich jeden Tag mit der lieben Mama geschrieben.. am 04.02. las ich, dass Paulina immer schwächer wird.. so schwer auch für mich diese Zeilen zu lesen.. und unvorstellbar, wie diese Zeit für die Eltern ist.. zu hoffen, Bewegungen zu spüren.. die Angst, wenn es ruhiger ist.. ruhiger wird... Wir hielten uns bereit.. wir alle ... jederzeit losfahren zu können..

Was war passiert?

Bei einer Routineuntersuchung in der 23 SSW stellte die Frauenärztin fest, dass Paulina seit drei Wochen nicht mehr gewachsen ist... zudem sieht man nur noch sehr wenig Fruchtwasser. Eine weitere Untersuchung im UKSH steht fest: Ihr geht es gar nicht gut, die Eltern müssen jeden Moment damit rechnen, dass ihre Tochter im Bauch einschläft. Fassungslosigkeit – die Mama schreibt mir, dass sie sich zu dem Zeitpunkt in einer Grauzone bewegten. Paulina ist in der 23.SSW und wiegt unter 500g. Kommt sie nun zur Welt, werden keine lebenserhaltenen Maßnahmen eingeleitet.

Zu Hause angekommen haben die Eltern ihre Familien angerufen und ihnen gesagt, dass Paulina wahrscheinlich sehr bald im Bauch einschlafen wird. Ja. Paulina. Jetzt verraten sie den Namen, denn Paulina soll nicht bloß das Baby sein, dass Tot zur Welt kommen wird. Sie soll ihren Namen tragen.

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So viel Liebe und Trauer auf einem Fleck...

Den heutigen Einsatz muss ich mir von der Seele schreiben.

Ich bin nun doch schon lange als Sternenkind-Fotograf engagiert, habe viele Erinnerungen schaffen dürfen, aber ein solches Drama wie heute habe ich noch nicht miterleben müssen...

Es ist 13:31 als der Administrator-Alarm klingelt - Einsatz in meinem Kreis. Schnell entschliesse ich mich den Einsatz selbst anzunehmen.

Die beste Ehefrau von allen hat Nachtdienst, also kann ich mir das Auto schnappen. Ich rufe im Krankenhaus an und habe die Mutter in der Leitung.

Der kleine F. wurde in der 22. Schwangerschaftswoche nach einem Blasensprung tot geboren.

Die Kameratasche steht für solche Fälle immer parat, schnell noch ein paar Einschlagdeckchen und einige Kleidungsstücke von den Näherinnen, die uns versorgen eingepackt und ab auf die Autobahn.... das Navi sagt 35 Minuten, kein Stau. Zügig geht es voran.

Ich zünde mir während der Fahrt eine Zigarette an und denke darüber nach, wie der Einsatz wohl werden wird nach der schlimmen Geschichte vor zwei Tagen mit einem Sternenkind in einem anderen Krankenhaus der gleichen Stadt, das ich fotografieren durfte.

Als ich ankomme denke ich noch: „Glück gehabt, Parkplatz direkt vor der Klinik.“

Am Empfang frage ich nach der Zimmernummer und der Station der Mutter. 2. Stock. Ich nehme den Aufzug. Auf der Station kommt mir eine Krankenschwester entgegen - sieht meine Kameratasche und spricht mich sofort an, ob ich der Fotograf sei.

Ich bestätige und sie bringt mich zum Zimmer der Eltern. Ich atme zweimal kräftig ein und aus, klopfe an und öffne die Tür.

Der Raum ist abgedunkelt, auf dem Bett liegt die junge Mutter und der ebenfalls junge Vater kauert neben ihr. Die Krankenschwester kommt herein und erklärt, sie würde das Kind herrichten und im Abschiedsraum für uns bereitlegen, wir können schon mal runtergehen und dort auf sie warten.

Die recht kraftlos wirkenden Eltern ziehen ihre Schuhe an, und wir fahren mit dem Aufzug in den Keller - die Eltern waren schon mehrmals unten bei ihrem Sohn in den letzten Stunden und kennen den Weg.

Wir nehmen vor dem Abschiedsraum Platz und warten. Warten 5 Minuten, zehn Minuten......werden langsam ungeduldig.....
Dann kommt die Krankenschwester mit bestürztem Gesichtsausdruck und erklärt uns ganz leise, dass das Kind nicht mehr da sei.

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Sternenprinz Paul Leo


Der Wunsch nach einem gemeinsamen Kind war gross. Nach mehreren Fehlgeburten hatten wir eigentlich mit dem Thema abgeschlossen, doch sass mitten im Dezember der Storch bei uns auf dem Dach.. und der Schwangerschaftstest kurz darauf war positiv. Unser Paulchen war unterwegs.

In der 22. Schwangerschaftswoche wurde der Arzt jedoch beim Ultraschall sehr ernst.. das Herz sass bei Paulchen viel zu weit auf der linken Seite und auf der rechten Seite war zu erkennen, dass die Leber im Brustraum sass - die Diagnose: angeborene Zwerchfellhernie. Es wurde vermutet, dass Paul auf der rechten Seite entweder ein grosses Loch im Zwerchfell hatte oder kein Zwerchfell vorhanden war. Durch dieses Loch rutschen die Organe aus dem Bauchraum in den Brustkorb und verhindern, dass die Lunge sich richtig ausbilden kann. Die Uniklinik in Freiburg bestätigte die Diagnose, doch sah die Lungengrösse hier noch relativ gut aus. Dochj sind rechtsseitige Zwerchfellhernien in der Regel immer schwieriger und so wurden wir nach Mannheim in die Uniklinik überwiesen, sie haben sich auf diese Erkrankung spezialisiert.

Uns wurde auch gesagt, dass eine Zwerchfellhernie ein Grund für einen Spätabbruch ist, doch war dies für uns nie ein Thema! Wir wollten es schaffen und waren uns immer so sicher, dass Paul es schaffen wird.
In den folgenden Wochen waren wir 2x in Mannheim um im MRT genau zu sehen, wie schlimm es ist. Doch hatten wir immer Hoffnung, es war zwar ungewöhnlich viel Leber im Brustraum aber Pauls Herz war gesund.

Die Chancen wurden auf über 60% eingeschätzt - "Das Glas ist mehr wie halb voll" um den behandelnden Arzt zu zitieren. An dies haben wir uns all die Monate geklammert.
Paul war gross und kräftig, er war sehr lebhaft und wir alle haben es geliebt, mit ihm zu "spielen".. sobald man ihn angestupst hat, hat er zurückgetreten. Seine grossen Geschwister und sein Papa haben das ständig gemacht.
Er hat Musik geliebt, bei bestimmten Liedern hat er immer fest im Bauch gestrampelt. All das war für uns Zeichen, dass er es schafft. An die andere Möglichkeit nur zu denken haben wir uns nie erlaubt. Es würde schwer werden, viele Monate Krankenhaus würden auf uns warten - aber am Ende würden wir unser Kind mit nach Hause nehmen.
Und dann kam der Tag der Entbindung.
Er war gross. 3900 Gramm und 53 cm. Er war wunderschön.. und der Arzt war furchtbar ernst, als er nach dem Kaiserschnitt mit dem Brutkasten in dem Paul bereits beatmet wurde zu uns ins Zimmer kam, damit wir ihn kurz sehen konnten.

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Silas - Stille. Mehr ist nicht da.


...so viele Sternchen zur Zeit :(

Die Mama hat sich gewünscht, dass ich euch berichte.. sie hat durch Facebook von dieser Möglichkeit erfahren.. und möchte dies auch anderen betroffenen Eltern durch diesen Bericht ermöglichen, dass sie von DEIN Sternenkind erfahren..
... ich sah eine Nachricht von Dein Sternenkind und las die Frage, ob ich Kontakt zu der Kieler Klinik hätte.. eine Mama hat den Kontakt zu Dein-Sternenkind gesucht.. bis zu dem Zeitpunkt hatte ich noch keine Alamierung.. dann – fast im selben Moment, klingelte mein Telefon..
16:14 Uhr.
Der kleine Junge ist in der 38+4 SSW auf die Welt gekommen und die lebenserhalten Maßnahmen werden nun eingestellt... Man weiß nicht genau, wann er einschlafen wird..
Während ich das hier schreibe, merke ich gerade wie tief ich eingeatmet habe.. Ich erinnere mich noch genau an dieses Telefonat, welches nun schon 2 Wochen her ist.. Es ist so ein Unterschied zwischen: „Wir haben ein Sternenkind hier – kann bitte jemand kommen“ oder „Wir haben ein Kind hier, welches sehr bald versterben wird, wir rufen an, wenn du losfahren kannst“. Bei dem ersten Anruf packe ich meine Tasche und fahre los. Zeit zum Nachdenken habe ich im Auto. 10 Minuten lang. Ich funktioniere. Fahre los. Bin da und in der Situation drin.
Bei dem „anderen“ Anruf gehen mir 1000 Gedanken durch den Kopf.. Das ist immer eine sehr emotionale Zeit für mich, auf Abruf zu stehen. Zu wissen, das eine Familie gerade die schlimmsten Stunden ihres Lebens erleben muss.. und nicht zu wissen, wann das Telefon klingelt, losfahren zu können.... ich packe meine Tasche.. ich erinnere mich, dass ich mir noch einen Kaffee gemacht habe.. Eigentlich wollte ich gerade mit der Bildbearbeitung eines anderen Shootings beginnen. Keine Chance.. Da hatte ich gar keine Ruhe zu. Es kann schnell gehen. Es kann aber auch bis in die Nacht dauern... warten.. die Gedanken rauschen vorbei...
Knapp 2 Stunden später kam der Anruf. Ich kann mich auf den Weg machen. Immer wieder ein komisches Gefühl.. eine Mischung aus Trauer... die Eltern verabschieden sich gerade von ihrem Sohn, ich muss versuchen, mich diesen Gefühlen nicht zu sehr hinzugeben.. muss stark sein für meine Aufgabe gleich... aus einer Art Aufregung.. ich weiß gar nicht, was „los“ war... wussten die Eltern, dass ihr Kind versterben wird? War es absehbar? Wer erwartet mich da in dem Raum, wo das kleine Baby gerade eingeschlafen ist? .. so viele Gefühle....

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Lottas Geburt


„Wir versuchen es jetzt nochmal an dem anderen Gerät, aber wenn ich da keine Herztöne finde, müssen wir den Rettungswagen rufen.“

6 Stunden zuvor war ich mit leichten Wehen an einem sonnigen Sonntagmorgen wach geworden.
Wir waren 2 Tage über dem Termin, ich freute mich, dass es „endlich“ los ging. Vielleicht ja ein Sonntagskind?

Nachdem wir die Wehen anfangs in der Wanne und später beim Spaziergang willkommen geheißen hatten, hatte ich gegen 12 Uhr das Bedürfnis ins Geburtshaus zu fahren.
Ich war entspannt und freute mich auf die Geburt - bald meine zweite Tochter im Arm zu halten.

Zu dem Zeitpunkt ahnte ich noch nicht, dass dieses Mal das einzige Mal sein würde, dass ich sie im Arm habe. Auf der Fahrt überlegte ich noch mit meiner Mama, die mich begleitete, wie lange es wohl dauern würde, bis die Maus da wäre.

Doch als wir im Geburtshaus ein CTG schreiben wollten, fand die Hebamme keine Herztöne. Nicht am ersten, nicht am zweiten und auch nicht im Liegen am dritten Gerät.
Als meine Hebamme mich dann fragte, wann ich die Maus das letzte Mal gespürt hatte, wusste ich es endgültig.
Ja, sie war seit gestern recht ruhig gewesen, aber war sie auffällig ruhig? Ich dachte, sie schläft für die anstrengende Geburt vor.

Zu dem Zeitpunkt war der Rettungswagen schon auf dem Weg zu uns.

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Kleiner Engel Paul - seine Mama erzählt

Wir haben von dir erfahren, als wir schon in der 15 Woche waren. Der Frauenarzt war sehr zufrieden mit dir und hat uns auch gleich mitgeteilt, das du unser lang ersehnter Bub bist. Als wir zuhause angekommen sind, haben wir gleich deinen 4 großen Schwestern von dir erzählt und sie haben sich riesig gefreut. Endlich ein kleines Brüderchen.

In der 20 Woche stand dann der erste große Ultraschall an und der Arzt war total zufrieden mit deiner Entwicklung. Alles war bestens.

4 Wochen später wieder Termin und alles war gut. Bis zu dem Tag, als in der 29 Woche der Arzt wieder ein großen Ultraschall machte.

Er schaute ziemlich lange und intensive dein Köpfchen an und sein Gesichtsausdruck wurde ernst. Ich wusste gleich das etwas nicht stimmt und so war es auch. Hydrocephalus war die Diagnose.
Eine Welt brach für uns zusammen. Keiner konnte sich das erklären. War doch immer alles gut. Warum jetzt auf einmal? Wir und deine Geschwister freuten sich doch schon riesig auf dich. Unser Arzt hat gleich für den nächsten Tag ein Termin bei einem Spezialisten ausgemacht, um das Ganze abklären zu lassen, wie weit und schwer es war. Wir haben dann gleich für den nächsten Tag jemanden organisiert der sich um die Mädels kümmert, wenn sie von der Schule heim kommen. Wir also auf dem Weg zum Spezialisten und dort angekommen , sind wir mit einem mulmigen Gefühl dort in die Praxis gegangen. Dort wurde uns die Diagnose bestätigt und das es schon soweit fortgeschritten war, das unser kleiner Sohn keine Überlebenschance hatte, sobald er auf die Welt kommt. Es riss uns den Boden unter den Füßen weg. Wie sollten wir das den Mädels erklären? Auf den Weg nach Hause war wir nicht wirklich anwesend. Alles drehte sich um unseren kleinen Mann. Was sollen wir machen?

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Und was bleibt, ist immer noch dieses „Warum?!“

November 2017

Es ist ein schöner Tag. Die Sonne strahlt, ich nutze das Wetter an diesem Samstag für einen Spaziergang, habe noch zwei Geschäftstermine mit Fotografen und einer Visagistin für eine angehende Kooperation. Alles fühlt sich gut an. Nach dem ersten Termin schaue ich auf mein Handy, verfolge die internen Chats mit meinen Admin-Kollegen von „Dein Sternenkind“. Ich lese von einem Einsatz in der Aachener Region. Dort wurde morgens überraschend ein Sternchen geboren. Mittlerweile ist es beinahe 14 Uhr und es findet sich noch kein Fotograf, der den „Einsatz“ übernehmen kann.

Es erfolgt der zweite Alarm an die Fotografen in der Nähe. Ich nehme meinen Routenplaner und sehe, dass ich knapp 140km Fahrt vor mir habe, wenn ich übernehme. Ich entscheide mich dafür. Gebe Rückmeldung, dass ich fahren werde, da alle Fotografen in eigenen Shootings stecken und es einfach zu spät werden würde. Gerade bei Sternenkindern finde ich es ganz wichtig: je früher das Shooting stattfindet, desto besser sind auch die Bilder. Diese kleinen Würmchen verändern sich von Stunde zu Stunde, da zählt fast „jede Minute“.

Es ist kurz nach 18 Uhr, als ich im Kreißsaal eintreffe. Die freundliche Hebamme erklärt mir kurz, dass die Eltern mich schon erwarten und sich schöne Erinnerungsfotos wünschen. Sie sind relativ gefasst.
Als ich in das Zimmer komme, telefoniert die Mutter mit Verwandten, der Vater begrüßt mich mit einem gequältem Lächeln, bedacht, seinen Schmerz nicht vor einem Fremden zu offenbaren. In einem Korb liegt der kleine Junge. Friedlich. Augen verschlossen. In ein Handtuch gewickelt, nur das süße, kleine Gesicht ist zu sehen. Was für ein niedliches Geschöpf!

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Kleiner Kämpfer Joshua

Ihr Lieben, als der Anruf am Donnerstag von der Kinderintensiv kam, da dachte ich: oh nein.. nicht schon wieder... so viele Einsätze in der letzten Zeit.. „Wir haben einen kleinen Jungen hier und wir wissen nicht, ob er es schafft.. die Eltern wünschen sich Erinnerungsfotos, kann einer kommen ?“ so die Schwester der Station. „Der kleine Junge lebt“.

Diese Einsätze sind so besonders..
Ich klärte mit meinen lieben Kieler KollegenInnen kurz ab, wer übernehmen kann, aber alle waren entweder unterwegs oder auf der Arbeit. Ich habe einen privaten Termin verschieben können und bin gleich losgedüst.
Auf der Station angekommen hatte ich die Möglichkeit mit der lieben Schwester zu sprechen, bevor ich das Zimmer betrat. Sie sagte mir, die Eltern sind im Zimmer und freuen sich, dass jemand da ist um Erinnerungsbilder von ihrem Sohn zu machen.

Ich betrat das Zimmer und die lieben Eltern standen am Wärmebettchen.. und dann sah ich ihn.. den kleinen großen Kämpfer Joshua.. Er wurde beatmet und kleine Schläuche bedeckten seinen Körper.. ganz friedlich schlief er. Ich fragte die Eltern, was los ist und sie berichteten, dass sie in der 20 SSW erfahren haben, dass Makrozysten in der Lunge sind. In der 25 ssw wurde in Bonn ein sogenannter Shunt in die Zyste der Lunge des Babys gelegt um die Flüssigkeit abzuleiten. Leider war diese Behandlung nicht erfolgreich. Man wusste zu dem Zeitpunkt nicht, wie viel gesundes Lungengewebe überhaupt vorhanden sei. Es hieß abwarten und weiter hoffen.. In der 30+5 SSW kam Joshua auf die Welt und die Mama berichtet mir, dass der Start leichter als befürchtet war. Joshua kämpfte jeden Tag und die Eltern sagten: Solange er kämpft, sind wir an seiner Seite. Ich habe Joshua das erste Mal gesehen, da war er 7 Tage alt. Am 8 Tag wurde er operiert und der linke (kaputte) Lungenlappen wurde entfernt und die Ärzte sahen bei der OP einen kompletten rechten Lungenflügel, der gut belüftet werden konnte. Erleichterung tat sich auf und alle waren voller Hoffnung. Die Mama sagte mir, sie waren überglücklich, denn nun konnte doch nichts mehr schief gehen..

Von dieser guten Nachricht und der damit verbundenen großen Hoffnung, wussten wir noch nichts, an dem Tag als ich da war..

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Selbstvorwürfe Angst und Trauer - Die Heilung von Kopf und Herz hat begonnen

Mit der uns Medizinern eigenen Hybris war ich davon ausgegangen, dass a) uns sowas sowieso nicht passiert und b) man natürlich völlig rational mit einem Ereignis wie einer Fehlgeburt problemlos umgehen könnte. Mal ehrlich: weit gefehlt!

Denn dann passierte folgendes:

Es war ein schöner Freitag. Wir hatten früh Feierabend, die Sonne schien etwas und eigentlich hätte der Abend beginnen können. Das Sofa rief und der Fernseher lief schon. Alles Gut am Horizont.

Das änderte sich mit den Worten: "da ist ein bißchen Blut".

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C. und der Honigschlecker

Am Samstag wurde in meinen Alarmkreisen ein Fall in F. ausgerufen und ich habe ihn kurz entschlossen übernommen. Die Geburt des Kindes stand noch aus und so war ich quasi in der Spur und immer darauf gefasst, dass gleich das Handy klingelt. Doch erst am nächsten Morgen erhielt ich die Nachricht, dass die kleine C. in der Nacht verstorben ist und ich zu ihr und den Eltern fahren kann um Fotos zu machen.

Ich fuhr also mit meiner kleinen Fotokiste mit Kamera, Dauerlicht und Anziehsachen für das kleine Sternchen Richtung F. Es war am frühen Nachmittag, als ich bei den Eltern vorsichtig an die Krankenhauszimmertüre geklopft habe. Nach dem Herein sah ich die Eltern. Zwei Menschen am Ende ihrer Kraft und getroffen von dem was sich da vor wenigen Stunden ereignet hat. Die Schwere der Stimmung die im Zimmer spürbar war hat auch mich direkt ergriffen und nachdem ich mich mit wenigen Worten vorgestellt habe, habe ich mit Papa und Mama ein paar Momente schweigend verbracht. Dennoch waren die beiden kurze Zeit später relativ gefasst und haben sich mit mir ein wenig Abseits ihres Sternchen mit mir unterhalten. In solchen Momenten ist Ablenkung zwar kein Trost, aber eine kleine Pause und so erfuhr ich ein wenig mehr über die kleine C., ihre große Schwester, die daheim bei Verwandten wartete und die Lebensumstände der Familie.

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Die Reise des kleinen E.

Die Reise des kleinen E.

Vor einiger Zeit erreichte uns die Anfrage für einen Sternenkindeinsatz. Eine Familie benötigte unsere Hilfe und da ich gerade verfügbar war, rief ich kurzer Hand die Eltern an. Ich telefonierte sehr lange mit einer sehr liebevoll klingenden Mama. Sie erzählte mir von ihrem Termin im Krankenhaus und das sie bald stationär aufgenommen wird. E. hatte eine sehr schwere Hirnfehlbildung und war nicht lebensfähig. Bis zu dem Aufnahmetag hielten die Mama und ich Kontakt. Wir schrieben uns und manchmal telefonierten wir auch. Dann war es soweit. Der kleine E. war geboren worden.
Ich telefonierte mit den Eltern und wir machten uns eine Zeit aus, wo ich zu ihnen kommen würde. Ich wollte den Eltern die Möglichkeit geben, bis zu meinem Eintreffen noch etwas Zeit mit E. zu verbringen. Gegen Nachmittag fuhr ich dann in die Klinik und wurde bereits erwartet. Nachdem ich mich noch mal bei den Eltern vorstellte, denn bis dato hatten wir uns nie persönlich gesehen, begrüßte ich auch den kleinen E.

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Ein Sternchen braucht dich...

Montag, der Beginn einer neuen Arbeitswoche. Der erste Blick, wie jeden Morgen, aufs Handy, schauen, wieviele Mails zu beantworten sind, der erste zaghafte Blick in die Social Media Accounts, kurze Überprüfung, ob über Nacht ein Alarm von mir überhört wurde.

Jap, es wurde, mein Tiefschlaf hatte wieder mal zugeschlagen.

Der Kollege in der Alarm- und Koordinationsgruppe ist sarkastisch pingelig und „rügt“ eine Kollegin, den Alarm nicht pünktlich um 07.00 abgesetzt zu haben, habe er nun schon erledigt. Anmerkung der Kollegin: "Es war zu dem Zeitpunkt 7:03 Uhr"

Mein Blick auf die Uhr: 8.30.

Bereits zwei Alarme an zwei Alarmgruppen abgesetzt, einmal der Status „grün“, der hat gerade im Forum geschrieben, sie könne nicht, hätte ein zu kleines Zeitfenster, zu wenig Zeit mit 2 Stunden An- und Abfahrt.


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Die Tränen liefen...

Am Freitag am frühen Abend lass ich das es einen Call für E. gab. Kurz durchgeschaut und mich entschieden den Einsatz zu übernehmen, immerhin hatte ich Urlaub.

Fotografiert werden konnte erst ab Montag.
Ich nahm Kontakt zur Mama der kleinen L. auf um Details zum fotografieren abzusprechen. Mir liegen die Wünsche der Eltern sehr am Herzen. Es sollte nur die kleine L. fotografiert werden. Sonntag am späten Nachmittag bekam ich dann eine Mail, das sie doch gerne Fotos mit ihrer Tochter möchte, sie aber noch zu schwach ist um allein zum Klinikum zu fahren.

Ich schrieb ihr zurück das ich ihrem Wunsch gerne nachkommen möchte und bereit wäre sie abzuholen. - das Angebot nahm sie dankend an.
Ich vereinbarte mit ihr, Montag Morgen mit der Pathologie zu telefonieren und zu erfragen wann wir kommen könnten und sie dann zu informieren.

Heute morgen rief ich also in der Pathologie an. Man sagte mir, dass das Kind schon tiefgefroren wurde und Fotos nur schwer möglich seien. ich hatte einen dicken Kloss im Hals. Nachdem ich erklärte das es ursprünglich anders abgesprochen war und ich nun nicht wusste wie ich das der Mama sagen solle ( sie möchte doch so gern noch Fotos von ihrer Tochter ) , sagte man mir, man würde das Kind rauslegen zum Auftauen. Wir vereinbarten, das ich so zwischen 11.00- 12.00 Uhr kommen würde.

Ich war nachdem Gespräch einen kurzen Moment wie in schockstarre. Die Tränen liefen und ich war nicht sicher ob ich, in Anbetracht was mich erwarten würde, den Einsatz durchziehen kann.So wie es gesagt wurde, kam alles sehr makaber rüber.
Nachdem ich kurz inne hielt und mir tausend Dinge durch den Kopf gingen, entschloss ich mich, hier im Forum kurz um Rat zu fragen. Immerhin fühlte ich mich in dieser Situation leicht überfordert.

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Dein-Sternenkind - es ist nicht erlaubt, diese Texte zu kopieren und sie an anderer Stelle zu verwenden!

INFO:


Am 5.12.2017 ist die Bekanntgabe des Gewinners zum Deutschen Engagementpreis 2017. Nun sind wir alle gespannt.

Wir wurden im September nominiert!




Gewinner Publikumspreises 2017 Smart Hero Award