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Kostenlose Bilder für Dein Sternenkind

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Vom Umgang mit den Sternenkindern im Krankenhaus


Es kommt Gottseidank selten vor, denn normalerweise geht das Krankenhauspersonal wirklich toll mit den Sternchen und deren Eltern um und arbeiten uns zu.
Aber wenn wir dann so etwas zu lesen bekommen, dann stockt uns der Atem.

Klaus Becker unser Fotograf :

Ich bin gerade am Ausarbeiten an Empfehlungen für die Krankenhäuser, was für die Eltern wichtig ist um einen würdevollen Abschied zu ermöglichen.

Am Sonntagabend gegen 21:30 erhielt ich den Notruf über meine Alarm-App "Dein Sternenkind". Unverzüglich habe ich mich mit der angegebenen Ansprechpartnerin in Verbindung gesetzt. Ein Kind sei in der 22. SSW geboren worden.

Als ich in der Klinik ankam, hat man mich zunächst in den Raum geführt, in dem die trauernden Eltern auf einem Bett saßen. Das Baby war - obwohl es den Eltern "präsentiert" wurde - lediglich in eine Pappschale gelegt worden. In solch einer Einmal-Nierenschale, in der normalerweise wohl Abfälle und Ausscheidungen entsorgt werden, war das Kind in Tücher gehüllt.

Das tote Baby wurde mir nun überlassen, damit ich Erinnerungs-Bilder machen konnte. Indem ich das Kind ein wenig von den Tüchern befreite, musste ich feststellen, dass sich bis zu meinem Kommen noch keiner die Mühe gemacht hatte, die Nabelschnur vom Hals des Kindes zu wickeln.

Es hatte die Nabelschnur gleich 2 x stramm um den Hals liegen. Es oblag mir (ich bin weder Arzt, noch Schwester, Hebamme oder Bestatter !!!!!!!) das Sternchen von der würgenden Schnur zu befreien.

Ehrlich gesagt möchte ich mir gar nicht weiter ausmalen, ob die Eltern dieses schreckliche Detail ebenfalls haben sehen müssen - in ihren Armen lag das Kind schließlich vorher.....

Ich bin lediglich der Fotograf, der bei jedem Sternenkind einen tragischen Moment miterlebt. Aber für mich bleibt es dennoch ein traumatisches Erlebnis ! Schließlich sind Babys, die nur eine Hälfte der Reifezeit durchlebt haben, sehr fragil und zerbrechlich. Ich hatte große Angst, am Kopf und an den Gliedmaßen des Kindes so beherzt Hand anlegen zu müssen.


Diese Zeilen sind Gottseidank eher selten zu lesen. Aber selbst ein einziges Mal ist schon zu viel ! Die Würde des Menschen ist unantastbar, so heißt es. Und auch Sternenkinder sind Menschen. Menschen, die von ihrer Familie geliebt werden und die es verdient haben würdevoll behandelt zu werden. Dazu gehört z.B. auch, dass sie, falls nötig und möglich von Blut gereinigt werden, dass die Nabelschnur abgeklemmt wird, bei ganz kleinen Schwangerschaftswochen geht das auch mit einer festen Schnur, wenn man keine Nabelklemme anbringen kann.

Es gibt so viele ehrenamtliche Nähgruppen, die Kleidung, Einschlagdecken, Schiffchen (da kann man die Kleinsten der Kleinen würdevoll hineinlegen), Mützchen etc. nähen und auch Krankenhäuser damit beliefern.
So muss kein Baby in einer Nierenschale liegen...natürlich ist es für die Geburtshelfer kein Alltag, ein Sternenkind in Empfang zu nehmen, aber für die Eltern ist der würdevolle Umgang mit ihrem Kind so wichtig ! Für sie ist dieses Kind nämlich kein Klinikmüll, für die Eltern ist es ihr ein und alles, was sie gehen lassen mussten... wir wünschen uns, dass ihr da draußen darüber nachdenkt und hoffen, dass wir solche Zeilen nie wieder lesen müssen.


von Klaus Becker an die betroffene Klinik.


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Dein-Sternenkind - es ist nicht erlaubt, diese Texte zu kopieren und sie an anderer Stelle zu verwenden!

INFO:


Am 5.12.2017 ist die Bekanntgabe des Gewinners zum Deutschen Engagementpreis 2017. Nun sind wir alle gespannt.

Wir wurden im September nominiert!




Gewinner Publikumspreises 2017 Smart Hero Award