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Ich wollte nie so eine kleine Woche fotografieren...

Unser Fotograf Maik berichtet von einem Einsatz, bei dem er eigentlich für sich beschlossen hatte, dass er nichts für ihn ist und dann kam alles ganz anders. Aber lest selbst:

An einem Samstag nahm ich den Call in H. für eine 15. SSW an.
Ich hatte für mich mal gesagt, dass ich nicht unter der 20.SSW was mache , weil ich Angst hatte, es nicht verarbeiten zu können.

Trotzdem zögerte ich nicht und nahm den Call an. Ich kontaktierte sofort die Mutter und mich empfing eine junge taffe Frau, die sehr gefasst gewesen ist . Sie erzählte mir, das Ihr kleines Mädchen die Diagnose Acranie - Anencephalie bekommen hat.

D.h. das Gehirn ist wenig oder garnicht vorhanden ist und das Köpfchen wohl offen oder zu mindest stark deformiert.

Da sie nicht wusste wie lange es nach der Einleitung dauern würde, nahm ich mir die nächsten Nachmittage frei. Aber es sollte doch schneller gehen als gedacht.

Gegen 11 Uhr bekam sie die Einleitung und um 22 Uhr war die kleine F. nun da. Um 1 Uhr nachts bekam ich dann eine Nachricht, dass ich mich morgens melden könnte. Dies tat ich und machte um 15 Uhr einen Termin aus. Da die Mutter sehr müde gewesen ist, dachten wir, dass es eine gute Zeit ist .

Wie abgemacht war ich pünktlich im KKH. Die Ärzte wurden vorher schon informiert usw.

Als ich angekommen bin, begrüßte mich I. genau wie am Telefon sehr gefasst. Wir redeten wie wir Ihren Engel ablichten würden . Sie zeigte mir ihre gebastelten Sternchen und Herzchen, rollte ihre Deckchen aus, als die Tür aufging und der Chefarzt der Station reinkam .

Er sagte vorsichtig aber sehr ungünstig (sorry aber ich weiß nicht wie ich es sonst beschreiben soll) „Unsere Mitarbeiterin die für den Kühlschrank ähmmmm Kühlung zuständig ist, hat Feierabend und ist schon zu Hause . Sie hat verbotener Weise den Schlüssel mitgenommen , sodass wir nicht an die Kühlung rankommen.“

Wir schauten uns geschockt an und guckten fragend den Arzt an. Der dann sagte , das die gute Frau wieder auf dem Weg zurück ist. Dieses würde aber bei dem Verkehr ca. 1,5-2 Std. dauern. Ich sah in I.´s Augen das Sie kurz vorm Weinen war , aber sie sagte ok dann ist das halt so und dass wir die Aufnahmen dann lieber Morgen machen sollen , damit ich nicht warten müßte. Ich sagte ihr, dass es kein Problem für mich ist und ich warte.

Der Arzt verließ das Zimmer und wir standen kopfschüttelnd im Raum.

Was nun machen mit der Zeit?? Da das Wetter sehr sonnig war , beschlossen wir ein Kaffee zu trinken.
Nach 2 Std. war es dann soweit: F. wurde uns ins Zimmer gebracht und wir konnten anfangen mit den Aufnahmen.

Wir probierten vorsichtig aus, was gehen würden und I. wußte genau, was sie haben wollte.
Für mich was es ein sehr emotionaler Einsatz, der mich doch sehr bewegt… nicht nur allein weil die Klinik hier echt Mist gebaut hat. Dieses zerbrechliche Wesen mit 15 Wochen ist doch nochmal was ganz anderes. Ich denke ich werd erstmal schlafen gehen jetzt und bissel Nachdenken.

Jetzt, ein paar Wochen danach sagt Maik, dass er jederzeit wieder auch so eine kleine Schwangerschaftswoche fotografieren würde.




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INFO:


Am 5.12.2017 ist die Bekanntgabe des Gewinners zum Deutschen Engagementpreis 2017. Nun sind wir alle gespannt.

Wir wurden im September nominiert!




Gewinner Publikumspreises 2017 Smart Hero Award