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Sternenprinz Paul Leo

Der Wunsch nach einem gemeinsamen Kind war gross. Nach mehreren Fehlgeburten hatten wir eigentlich mit dem Thema abgeschlossen, doch sass mitten im Dezember der Storch bei uns auf dem Dach.. und der Schwangerschaftstest kurz darauf war positiv. Unser Paulchen war unterwegs.

In der 22. Schwangerschaftswoche wurde der Arzt jedoch beim Ultraschall sehr ernst.. das Herz sass bei Paulchen viel zu weit auf der linken Seite und auf der rechten Seite war zu erkennen, dass die Leber im Brustraum sass - die Diagnose: angeborene Zwerchfellhernie. Es wurde vermutet, dass Paul auf der rechten Seite entweder ein grosses Loch im Zwerchfell hatte oder kein Zwerchfell vorhanden war. Durch dieses Loch rutschen die Organe aus dem Bauchraum in den Brustkorb und verhindern, dass die Lunge sich richtig ausbilden kann. Die Uniklinik in Freiburg bestätigte die Diagnose, doch sah die Lungengrösse hier noch relativ gut aus. Dochj sind rechtsseitige Zwerchfellhernien in der Regel immer schwieriger und so wurden wir nach Mannheim in die Uniklinik überwiesen, sie haben sich auf diese Erkrankung spezialisiert.

Uns wurde auch gesagt, dass eine Zwerchfellhernie ein Grund für einen Spätabbruch ist, doch war dies für uns nie ein Thema! Wir wollten es schaffen und waren uns immer so sicher, dass Paul es schaffen wird.
In den folgenden Wochen waren wir 2x in Mannheim um im MRT genau zu sehen, wie schlimm es ist. Doch hatten wir immer Hoffnung, es war zwar ungewöhnlich viel Leber im Brustraum aber Pauls Herz war gesund.

Die Chancen wurden auf über 60% eingeschätzt - "Das Glas ist mehr wie halb voll" um den behandelnden Arzt zu zitieren. An dies haben wir uns all die Monate geklammert.
Paul war gross und kräftig, er war sehr lebhaft und wir alle haben es geliebt, mit ihm zu "spielen".. sobald man ihn angestupst hat, hat er zurückgetreten. Seine grossen Geschwister und sein Papa haben das ständig gemacht.
Er hat Musik geliebt, bei bestimmten Liedern hat er immer fest im Bauch gestrampelt. All das war für uns Zeichen, dass er es schafft. An die andere Möglichkeit nur zu denken haben wir uns nie erlaubt. Es würde schwer werden, viele Monate Krankenhaus würden auf uns warten - aber am Ende würden wir unser Kind mit nach Hause nehmen.
Und dann kam der Tag der Entbindung.
Er war gross. 3900 Gramm und 53 cm.

Er war wunderschön.. und der Arzt war furchtbar ernst, als er nach dem Kaiserschnitt mit dem Brutkasten in dem Paul bereits beatmet wurde zu uns ins Zimmer kam, damit wir ihn kurz sehen konnten.
Er müsste noch weitere Untersuchungen machen. Aber es sähe nicht so gut aus. In einer Stunde wüsste er mehr.

Trotz der Operation habe ich darauf bestanden, dass ich nach einer Stunde in den Rollstuhl gesetzt werde und zusammen mit meinem Mann zu unserem Sohn auf die Neo-Intensivstation gebracht werde. Und das war gut so.
Um 11.30 Uhr wurde unsere Welt und unsere Träume zerstört. Es gab keine Hoffnung. In den Monaten, in denen wir noch so an einen guten Ausgang geglaubt haben, hatten sich alle Organe in den Brustraum verlagert. Beide Lungenflügel wurden so zusammengedrückt. Rechts war keine Lunge vorhanden, links nur minimal. Er hatte keine Chance. Am Abend wollten sie die Geräte abstellen.
Ich kann mich an den Tag nur noch dumpf erinnern. Ich weiss, dass wir den ganzen Tag bei unserem Sohn verbrachten. Ihn gestreichelt haben. Ihn geküsst haben. Uns jedes Detail eingeprägt haben. Ihm gesagt haben, wie sehr wir ihn lieben. Er sah aus wie sein grosser Bruder als Baby. Der Pfarrer war da und hat ihn getauft... das hätte ein Fest werden sollen, mit Freunden und Familie...
Irgendwann habe ich mich erinnert, etwas über Sternenkind Fotografen gelesen zu haben und ich habe die Schwester gebeten, hier nachzufragen, ob jemand geschickt werden kann.

Der Tag ging viel zu schnell vorbei. Doch ständig hatte wieder ein Alarm gepiepst, alle Werte sanken..
Am Abend durften wir ihn dann endlich auf den Arm nehmen. Das einzige Mal. Um 8 Uhr abends kam dann der Arzt und die Beatmung wurde eingestellt. Er war bei seinem Papa auf dem Arm und der Arzt meinte, es würde noch ungefähr 15 Minuten dauern, bis sein Herzchen aufhört zu schlagen.. doch bereits nach 2 Minuten ist unser Paul zu den Sternen gereist. Zu dem Zeitpunkt war auch die Sternenkind Fotografin Anja bereits da. Sie war wunderbar. Mein Mann war zuerst dagegen, da er sich völlig falsche Vorstellungen gemacht hatte, wie das abläuft. Doch Anja blieb immer im Hintergrund und hat so schöne Bilder gemacht, wie wir Paul das einzige Mal wickeln und anziehen durften.

Wie ihm sein Papa die vielen Haare gekämmt hat. Wie unser Herz gebrochen war, als wir uns von ihm verabschieden mussten und mit ihm noch ein einziges und letztes Mal geschmust haben.. Diese Bilder sind für uns unendlich wichtig - sind sie doch neben den Erinnerungen das einzige, was uns von unserem Kind geblieben sind. Von unserem wunderschönen Sternenprinzen Paul Leo..


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Dein-Sternenkind - es ist nicht erlaubt, diese Texte zu kopieren und sie an anderer Stelle zu verwenden!

INFO:


Am 5.12.2017 ist die Bekanntgabe des Gewinners zum Deutschen Engagementpreis 2017. Nun sind wir alle gespannt.

Wir wurden im September nominiert!




Gewinner Publikumspreises 2017 Smart Hero Award