Aaron
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Aaron

Es war Sonntag Nachmittag. Ich stand gerade am Auto und wollte zu meiner Tochter einsteigen, als der Alarm kam "SSW 40, Kind bereits geboren. Zwerchfellhernie, Maximaltherapie ohne Erfolg. Medizinische Maßnahmen werden eingestellt. Kind wird sehr schnell versterben."

Das Krankenhaus ist nur eine halbe Stunde entfernt, die Station mir inzwischen leider gut bekannt. Ich fragte meine Tochter, ob es okay ist, wenn sie mit Papa zum Reitturnier vorfährt und ich nachkomme, weil mich jetzt ein anderes Kind ganz schnell braucht. Seit diesem Tag weiß auch meine 4-jährige Tochter, dass Mama manchmal ganz schnell zu den Sternenkindern fahren muss…

Ich rief in der Klinik an und erfuhr, dass es ein kleiner Junge war, der vermutlich in den nächsten Minuten versterben würde. Das letzte Sternchen dort konnte ich bei seinem Gang zu den Sternen noch begleiten - ich hoffte sehr, dass ich auch dieses mal rechtzeitig da wäre.
In der Klinik angekommen, erfuhr ich, dass Aaron schon kurz nach meinem Anruf für immer eingeschlafen war und dass die Eltern ihn nun noch waschen und von ihm Abschied nehmen wollten.
Ich hatte keine Ahnung, was das genau heißt, aber ich hatte von dem Moment an, als ich zusammen mit den Eltern und der Schwester das Abschiedszimmer betrat, in dem Aaron schon auf uns wartete, das Gefühl, dass es heute wieder einmal ganz anders sein wird, als bei meinen anderen kleinen Kämpfern vorher.
Zuerst half ich der Schwester dabei, Aaron noch Abdrücke von Händen und Füßen zu nehmen, die die Eltern später mit nach Hause nehmen konnten. Dann zogen wir zwei uns zurück...

Die Eltern begannen, den kleinen Aaron auszuziehen und hoben ihn dann gemeinsam ganz sanft in die kleine Schale mit Wasser, die die Schwester bereitgestellt hatte und wuschen ihn. Ich glaube, ich habe in meinem Leben nichts Berührenderes gesehen, als dieses Bad. Ich hatte einen kurzen Moment das Gefühl, dass es nicht richtig war, in diesem intimen Moment dieser Familie so nah zu sein und ihn auch noch mit der Kamera festzuhalten, aber ich wusste auch, dass ich diese kurze Zeit mit Ihrem Sohn unbedingt für immer auch in Bildern für sie festhalten musste.
Also begann ich zu fotografieren… ich fotografierte… und ich weinte… es ist über drei Wochen her und ich habe wieder Tränen in den Augen, wenn ich das hier schreibe. 

Es war so unfassbar liebevoll und so natürlich, wie sie ihm die Stempelfarbe von Händen und Füssen "schrubbten", das Haar wuschen und die Augen sauber machten und wie sie ihn dann zusammen anzogen… Sachen, die schon sein großer Bruder getragen hat und wie sie lächelten, als sie feststellten, dass er größer und kräftiger als sein Bruder war und das Köpfchen kaum durch den Body passen wollte und sie redeten mit ihm und berührten ihn so voller Liebe. Es war unbeschreiblich… Aaron wurde sehr geliebt und er hatte das große Glück, Eltern zu haben, die in der Lage waren ihn wirklich und wahrhaftig auf seinem letzten Weg zu begleiten. Die ihn badeten, ankleideten, mit ihm kuschelten, die ihn küssten, mit ihm sprachen und die bei all dem weinten und lachten.

Ich war so tief berührt, dass ich am Ende Schwierigkeiten hatte, meine Sachen wieder richtig einzupacken und meine Telefonnummer auf dem Vertrag zweimal korrigieren musste, weil in meinem Kopf offensichtlich kein Platz für so etwas Profanes wie meine Telefonnummer war. Als mir die Mama den Vertrag zurückgab, sah ich, dass sie der Veröffentlichung der Bilder zugestimmt hat und fragte sie nochmal, ob sie sich sicher sei, weil ich selbst so eine Entscheidung in diesem Moment nicht hätte treffen wollen - und ich habe sie auch nochmals gefragt, nachdem sie die Bilder bekommen haben - und Ja, sie waren sich sicher…

Diese Frage und mein "Mich-vorstellen" zu Beginn war fast alles, was ich mit den Eltern gesprochen habe...normalerweise läuft das anders und ich unterhalte mich viel mit ihnen, aber hier war für mich jedes Wort fehl am Platz… hier habe ich versucht, so unsichtbar wie möglich zu sein, um diese für mich immer noch unfassbare Intimität des Augenblicks nicht zu stören.

Aaron war mein achtes Sternenkind und ich habe keines vergessen, aber Aaron und seine Eltern werden für mich sicher immer etwas ganz Besonderes bleiben… und ich weiß, Aaron war nicht mein letztes Sternchen, ich werde auch beim nächsten Mal wieder fahren, denn ich weiß, dass dieses bisschen Beistand, das wir mit unseren Bildern geben können, den Eltern Kraft gibt und beweist, dass diese kleinen Wesen hier bei uns waren…

Ich habe lange überlegt, ob ich dieses mal wirklich einen Bericht schreibe, aber ich hatte das Gefühl, dass ich es muss, wenn Aarons Eltern es doch so wollen und ich glaube, ich habe wohl die berührendsten Bilder gemacht, die ich bisher je gemacht habe und habe das Gefühl, sie nicht für mich behalten zu dürfen… ich kann es nicht besser ausdrücken, aber irgendwie musste ich Euch von Aaron und seinen Eltern erzählen…

Euch allen da draußen viel Kraft für Eure nächsten Einsätze...






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