Paul-Luca unsere Sternschnuppe
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Paul-Luca unsere Sternschnuppe

Wir hatten uns Anfang diesen Jahres für Kinder entschieden und freuten uns riesig als wir pünktlich zu Ostersonntag den positiven Schwangerschaftstest in der Hand hielten. Welch tolles Ostergeschenk. In den folgenden Wochen ging es nun zum Ultraschall, immer an meiner Seite mein Mann, und wir schauten zusammen und sahen zum ersten Mal seinen Herzschlag, dann seine Bewegungen, dann sein Geschlecht und bei unserem letzten "Baby-TV" sein Gesicht. Unbeschreibliche Momente. Nur das leider bei der letzten Untersuchung nicht alles so war, wie es sein sollte. Die Nabelschnur hatte nur 1 Arterie statt 2, sein Bauch lag eine Woche im Wachstum zurück und ein Gefäß am Herzen war nicht ganz in Ordnung (im Nachhinein wissen wir das er jedoch kerngesund war). Ich musste weinen und hatte pure Angst um unseren Sohn. Es war der Freitag vor unserem großen Sommerurlaub auf den wir uns so sehr freuten. Doch sofort fragten wir, ob wir fahren sollen. Die Ärztin beruhigte uns und sagte wir sollten die Zeit genießen und danach in die Uniklinik zur Abklärung fahren. Auch nach 5 Mal nachfragen, sagte Sie uns, dass alles nicht so schlimm sei und wir fahren sollten.

Etwas mulmig aber voller Vorfreude auf die Entspannung nach diesem Schock fuhren wir 2 Tage später nach Oberstdorf. Dort waren wir auf vielen Bergen und genoßen einfach die Zeit mit unserem Bauchzwerg... bis zu dem Tag als ich sein Treten nicht mehr spürte. Jeden Abend ab 21 Uhr und jeden Morgen ab 5 Uhr machte unser Sohn seine Turnübungen. Man konnte die Uhr danach stellen. Aber da war nichts mehr. Mein Mann beruhigte mich und sagte, dass wir ja auch nicht jeden Tag gleich aktiv seien - ich glaubte ihm. Nach langen 40h spürte ich vermeintliche Bewegungen. Im Nachhinein weiß ich, dass es bereits Wehen waren. Tritte waren keine zu spüren, lediglich Bewegungen. Wir fuhren also rauf auf einen Berg, gingen zum Gipfelkreuz, genoßen einfach die Zeit. Schon da hatte ich ganz leichte Bauchschmerzen. Aber wir dachten das diese vom Wandern kommen. Abends gingen wir ins Thermalbad in der Hoffnung das sich die Muskeln entspannen und die Schmerzen weg sind. Leider war es nicht so. Also sind wir spät abends ins eine Stunde entfernte Krankenhaus gefahren. Mit einem mulmigen Gefühl aber dennoch mit den Gedanken, dass wohl nichts Schlimmes sein wird, wir waren ja schließlich schon in der 24. SSW. Die Hebamme versuchte ein CTG zu schreiben, doch sie fand die Herztöne nicht. Unsere Aufregung und Angst stieg und stieg mit jeder Minute ohne seinen Herzschlag. Die Hebamme wurde auch leicht nervös, beruhigte uns jedoch und schob die Situation auf meine Vorderwandplazenta und das Stadium der Schwangerschaft. Sie wollte jedoch lieber den Arzt anrufen. Ich war zu diesem Zeitpunkt wieder beruhigter, ganz im Gegenteil zu meinem Mann. Er hatte bereits eine Vorahnung. Eine halbe Stunde später kam der Arzt und nahm uns mit zum Ultraschall. Er setzte an und wir schauten beide gespannt auf den Bildschirm. Jedoch sahen wir das Unvorstellbare, was der Arzt uns dann auch bestätigte. Es war kein Herzschlag mehr da - unser Sohn war ein Sternchen. Ich habe noch nie in meinem Leben so sehr geweint. Ein paar Minuten später erklärte uns der Arzt dann noch, dass wir das Kind auf normalem Wege bekommen müssen. Jefoch wussten wir sofort, dass wir das nicht in diesem Krankenhaus, sondern vielmehr in einem Krankenhaus in unserer Heimat machen wollten. Also fuhren wir zur Ferienwohnung, packten unsere Koffer und fuhren um halb 1 nachts los, bis wir schließlich um halb 6 morgens in der Heimat ankamen. Es war die Perseiden- Nacht und wir sahen etliche Sternschnuppen. Eine war besonders groß und blieb lange sichtbar. Mein Mann und ich wussten, dass war unser Sohn, unsere Sternschnuppe. Meine Wehen waren bereits stärker geworden aber bei Weitem noch nicht stark genug. Im Krankenhaus wurde dann nochmals geschaut, aber auch dort zerschlugen sich unsere Hoffnungen auf einen Herzschlag. Also wurde um 8 Uhr die Geburt eingeleitet. Am 14. August um 4.42 Uhr kam unsere wundervolle Sternschnuppe leise auf die Welt um kurz "Hallo" zu sagen, bevor sie wieder weiter flog. Bereits auf der Autofahrt hatten wir mit einer Sternenkindfotografin Kontakt aufgenommen und nun riefen wir sie an um letzte Fotos als wertvolle Erinnerung zu bekommen.

Die liebe Verena kam um halb 8 während wir bereits etliche Schmuseeinheiten mit unserem Stern genießen konnten. Sie machte viele Fotos von Paulchen, von seinem Stofftier, von so vielen Details und mit uns. Sogar auch mit seiner Oma und seinem Opa. Verena fuhr wieder und wir hatten noch bis 9 Uhr Zeit bevor wir so weit waren und unseren Paul-Luca der Hebamme übergaben. Ein unvorstellbarer Schmerz, ich wollte ihn doch nur wieder in meinen Armen halten.

Die Seelsorgerin hatte aber noch eine wundervolle Idee. Sie machte für uns eine Art Abschiedszeremonie und wir hatten noch ein letztes Mal Zeit unserer Sternschnuppe nah zu sein, ihn zu streicheln und uns zu verabschieden. Es war einfach wunderschön und tragisch zugleich. Aber es sind wertvolle Erinnerungen.


8 Tage später mussten wir einen letzten schweren Weg gehen - seine Beerdigung. Aber auch die war wunderschön gestaltet. Blaue Blumen, auf seinem weißen Sarg stand sein Name in blauer Schrift geschrieben und es wurden die Lieder "Wie schön du bist" und "Bedingungslos" von Sarah Conner gespielt. Sie passten einfach zu gut zur Situation und vor allem zu unserem Sohn.

In diesen schweren Zeiten sind die Fotos von unserem Paulchen jedoch am wertvollsten und wenn wir uns diese anschauen, fühlen wir uns ganz nah bei ihm und uns geht es ein Stück besser.
DANKE, dass es euch gibt!!!


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