Elias - ein Fotograf erzählt
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Elias - ein Fotograf erzählt

Jetzt ist es soweit, mein erster Einsatz……

Dann mal in aller Ruhe den Fotorucksack packen und pünktlich losfahren. Auf der Geburtsstation empfangen mich sehr nette Schwestern, die mich gleich zum Zimmer geleiten und mir erzähent, dass das Kind von ihnen bereits angezogen wurde. Und dann war es soweit, wir standen an der Zimmertür. Ich hätte sicher gerne nochmal durchgeatmet, aber die Schwester klopfte gleich an die Tür und öffnete nach einem freundlichen „Herein“. Es war für mich wie ein Schubser ins kalte Wasser, ich stehe jetzt im Zimmer und sehe den Vater und die Mutter, die nach dem Kaiserschnitt geschwächt aber glücklich im Bett sitzt. Das 2. Bett im Zimmer ist leer, aber wo ist der kleine Elias? Ich gehe auf die beiden zu und begrüße sie und da sehe ich einen kleinen Weidenkorb auf dem Nachtschrank stehen. „Da ist der kleine Elias?“ höre ich mich sagen und gehe auf den Korb zu und schaue hinein. Da liegt er, der kleine Kerl, der aber für die 29. SSW recht groß ist. Wie ich so den kleinen betrachte registriere ich den Wasserkopf, auf den uns der Vater explizit aufmerksam gemacht hat und vor dem ich mich schon etwas fürchtete. Doch ich empfand ihn als gar nicht schlimm und finde den Kleinen sehr niedlich. Und jetzt wird mir erstmals bewusst wie mich die Schwester, unwissentlich überrumpelt hat. Denn zwischen Ankunft auf der Station und den ersten Kontakt mit dem Sternchen liegen mal gerade eine gute Minute, also keine Zeit für mich Panik zu entwickeln.

Und noch was ist komisch, die Eltern sind nicht traurig, die Mutter nicht verheult, der Vater nicht verschlossen. Im Gegenteil, ich stehe vor zwei stolzen, fröhlichen Eltern, die sich freuen mich zu sehen und dass ich bemerke, dass Elias für sein alter sehr groß ist. Der Kleine wird dann auch gleich von den Eltern liebevoll fertig angezogen, denn ich hatte noch etwas fehlende Kleidung auf Bitte des Vaters mitgebracht.


Und dann erfahre ich, die beiden wissen schon länger von der traurigen Nachricht, dass Elias keine Chance hat diese Welt zu betreten. Sie haben sich ausführlich mit dieser Situation beschäftig und liebevoll den Moment des Abschieds vorbereitet. Und jetzt scheinen sie einfach nur die wenigen Stunden mit Elias zu genießen, ja es kommt sogar Freude auf, als sie den kleinen gemeinsam fertig anziehen. Jetzt liegt er warm und kuschelig in seiner Einschlagdecke.

Während ich die ersten Fotos mache, erzählt mir die Mutter welche Fotos ihr wichtig sind. Sie möchte die kleinen Hände und Füßchen und das Gesicht, aber auch Fotos von den dreien zusammen. Und während wir die zu langen Ärmel und Hosenbeine hochkrempeln und die kleinen Füße und Hände erscheinen, freuen wir uns zusammen über diesen niedlichen Anblick.

Auch als ich den beiden das eine oder andere Foto zeige, freuen sie sich und lachen.

Das habe ich nicht erwartet, ich habe die Liebe der beiden zu ihrem Kind gespürt, die Freude den kleinen Jungen jetzt in den Armen zu halten und auch einen gewissen Stolz jetzt Eltern zu sein.

Nach und nach habe ich alle Bilder im Kasten. Zwischenzeitlich macht sich bei der Mutter der Narkosekater vom Kaiserschnitt bemerkbar. Daher ist es Zeit, dass ich das Shooting beende und die kleine Familie wieder entspannen kann.


Während ich meine Sachen packe halten wir noch etwas Smalltalk, mit der Frage was ich denn jetzt für meine Mühen bekomme. Als ich ihnen erkläre das ich kein Geld annehmen möchte, weder für die Mühe noch die Fahrtkosten, sind sie verwirrt, ich habe den Eindruck sie haben bis dahin nicht geglaubt, dass wir das wirklich kostenlos machen. Und da hat sich auch der Gesichtsausdruck geändert, jetzt blickte ich in zwei verdutzt dreinblickende Gesichter.

Gute Reise kleiner Elias zu deinem Stern.


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